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Krakau: Schönste Stadt Polens
zuletzt bearbeitet am 15.12.2025
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Gasse der Czartoryski-Fürsten © 2019 KopfsplitterFoto
Ich habe nicht alle bekannten Städte Polens gesehen. In meiner Liste fehlen z. B. Warschau, Kattowitz, Breslau und Lodz. Aber viel schöner als Krakau können diese auch nicht sein. Und gegen Danzig, Thorn und Stettin kann Krakau, die Stadt an der Weichsel, auf jeden Fall bestehen. Von daher scheint mir der Untertitel "schönste Stadt Polens" gerechtfertigt zu sein. Wir besuchten Krakau und Auschwitz im September 2019.
Krakau (polnisch Kraków) war im Mittelalter die Hauptstadt Polens und blieb im Zweiten Weltkrieg weitgehend von Zerstörungen verschont. Das hatte zur Folge, dass das historische Zentrum der Stadt 1978 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen wurde. Die Stadt ist nach Warschau die zweitgrößte des Landes. Bei der Volkszählung am 31. März 2021 wurden 800.653 Einwohner erfasst. Interessant ist der der Vergleich der Geschlechter. Es wurden 426.754 Frauen und dagegen nur 373.899 Männer gezählt.
Die Tuchhallen auf dem Hauptmarkt © 2019 KopfsplitterFoto
Mittelpunkt Krakaus und touristische Sehenswürdigkeit Nummer eins ist zweifellos der Hauptmarkt. Dieser wurde bereits im 13. Jahrhundert angelegt und ist mit 200 mal 200 Metern einer der größten Innenstadtplätze Europas. Auf dem Platz selbst sind gleich mehrere Bauwerke zu bewundern: die Tuchhallen (Gewandhaus), die Marienkirche, der alte Rathausturm, die St. Adalbert-Kirche und das Denkmal für den Nationaldichter Adam Mickiewicz. Hinzu kommen viele prachtvolle Häuser aus dem Mittelalter, die den Marktplatz umsäumen.
Marienkirche mit verschiedenen Türmen (links)
Triumphkreuz im Innenraum (rechts)
© 2019 KopfsplitterFoto
Die Marienkirche ist die wichtigste Krakauer Kirche. Das markante dreischiffige Gotteshaus besitzt zwei unterschiedliche Türme. Der höhere der beiden ist mit seinem spitzen Dach 81 m hoch. Der niedrigere misst lediglich 69 m und beherbergt das mittelalterliche Geläut.
Im höheren Turm befindet sich die Türmerstube. Jede Stunde bläst der Türmer das Signal "Hejnał" in alle vier Richtungen. Das Signal bricht mittendrin ab und soll damit der Legende nach an einen Mongolen-Angriff von 1241 erinnern, bei dem der damalige Trompeter während des Blasens des Alarmsignals von einem Pfeil getötet wurde.
Marienkirche © 2019 KopfsplitterFoto
Der Hochaltar von Veit Stoß aus dem 15. Jahrhundert ist das wertvollste Kunstwerk der Kirche.
Marienkirche © 2019 KopfsplitterFoto
Decken und Wände der Basilika sind in wunderschönen Farben gestrichen und bieten einen prachtvollen Anblick.
Rathausturm (links)
Skulptur "Gebundener Eros" (rechts)
© 2019 KopfsplitterFoto
Der Rathausturm ist ein Überbleibsel des alten Krakauer Rathauses, welches 1820 wegen Baufälligkeit abgerissen wurde. Das im 14. Jahrhundert parallel zu den Tuchhallen errichtete Gebäude war früher Sitz des Bürgermeisters und der Stadtverwaltung. Im Keller befanden sich damals auch eine Folterkammer und ein Gefängnis. Der 70 m hohe Turm neigte sich infolge eines Sturms im Jahre 1703 um einen halben Meter. Trotzdem kann der Turm betreten werden, denn u. a. hat das Historische Museum der Stadt seinen Platz darin gefunden.
Vor dem Rathausturm ist die Bronzestatue "Gebundener Eros" von Igor Mitoraj platziert. Der polnische Künstler hat Augen und Mund von Eros, dem griechischen Gott der Liebe, mit Bandagen bedeckt. Im schweizerischen Lugano hat Mitoraj übrigens ein fast identisches Kunstwerk aufgestellt.
Hauptmarkt als Treffpunkt (links)
Adalbert-Kirche (rechts)
© 2019 KopfsplitterFoto
Der Hauptmarkt von Krakau präsentiert sich als zentraler Treffpunkt für Menschen und Tauben.
Die Adalbert-Kirche am Rande des Platzes ist dem Bischof und Märtyrer Adalbert von Prag geweiht.

Swietego Jana 1 am Hauptmarkt (links), Hauptmarkt Nr. 16 (mitte) und Hauptmarkt 47 Ecke Florianska (rechts)
© 2019 KopfsplitterFoto
Rund um den Hauptmarkt und in den angrenzenden Straßen können viele schöne Häuser bewundert werden.
Das Florianstor mit Stadtmauer © 2019 KopfsplitterFoto
Das Florianstor ist das letzte erhaltene Stadttor (von insgesamt sieben) der Krakauer Stadtmauer und war früher mit dem vorgelagerten Barbakan, einem Festungsbauwerk, verbunden. Der Barbakan konnte nie bezwungen werden und überstand im 19. Jahrhundert zusammen mit dem Florianstor sogar den Abriss der Stadtmauer. Auf der Stadtseite zeigen und verkaufen Künstler ihre Werke. Von hier aus führt die Floriańska, eine der ältesten Straßen der Stadt, mit teils luxuriösen Häusern bis zum Hauptmarkt.
Der Barbakan © 2019 KopfsplitterFoto
Als Barbakan wird eine vorgelagerte Festungsanlage in Form einer runden Bastei bezeichnet, welche den Zugang zu einer Burg oder das Tor einer Stadtmauer schützt. Der Barbakan in Krakau ist der größte erhaltene Barbakan in Europa. Das Bauwerk wurde am Ende des 15. Jahrhunderts als Schutz für das Florianstor errichtet, dem wichtigsten Durchgang der Stadtmauer. Die Anlage war einstmals von einem Wassergraben umgeben.

Der Wawel © 2019 KopfsplitterFoto
Der Wawel ist ein Hügel, der sich hoch über dem Ufer der Weichsel am Rande der Altstadt erhebt. Auf ihm befindet sich die gleichnamige Burganlage der ehemaligen Residenz der polnischen Könige mit dem Schloss und der Kathedrale. In der Zeit der deutschen Besetzung war der Wawel Sitz des Generalgouverneurs Hans Frank. Größere Zerstörungen gab es nicht, auch wenn viele wertvolle Kunstschätze geraubt wurden.
Wawel-Kathedrale © 2019 KopfsplitterFoto
Die Kathedrale St. Stanislaus und Wenzel auf dem Wawel, kurz Wawel-Kathedrale genannt, ist die ehemalige Krönungs- und Begräbniskirche der Könige von Polen in Krakau. Sie ist damit einer der bedeutendsten Orte der polnischen Geschichte. Die Gebeine vieler Mitglieder der polnischen Königsfamilien sind in der Wawel-Kathedrale selbst oder in den sogenannten Königskrypten bestattet.
Es gibt natürlich unzählige Kirchen in Krakau. Hier folgt nur eine kleine Auswahl.
Kirche Peter und Paul (links)
Augustinerkirche (rechts)
© 2019 KopfsplitterFoto
Die Peter- und Paul-Kirche mit den zwölf Apostel-Statuen wurde am Anfang des 17. Jahrhunderts vom Jesuitenorden fertiggestellt.
Die Augustinerkirche wurde von Kasimir dem Großen für den Augustiner-Orden gestiftet und 1378 eingeweiht.
Josefskirche (links)
Floriansbasilika (rechts)
© 2019 KopfsplitterFoto
Die Josefskirche ist eine katholische Kirche im Stil der Neugotik im Stadtteil Podgórze. Die Floriansbasilika wurde in den Jahren 1185 bis 1216 vor der Stadtmauer im Ortsteil Kleparz erbaut.
Franziskanerbasilika
© 2019 KopfsplitterFoto
Die Franziskanerbasilika wurde 1249 dem Heiligen Franziskus von Assisi geweiht, einem herausragenden Heiligen in der katholischen Kirche. Sie gehört zu den ältesten gotischen Kirchen in Krakau. Bekannt ist die Basilika u. a. für eine originalgetreue Kopie des Turiner Grabtuchs, welche von dem polnischen Papst Johannes Paul II. gesegnet wurde.
Swietego Tomasza (links)
Radziwillowska Nr. 25 (rechts)
© 2019 KopfsplitterFoto
Immer wieder begegnen dem Besucher Krakauer Altbauten, die mit ihrem morbiden Charme an Berlin erinnern.
Slowacki-Theater © 2019 KopfsplitterFoto
Das Slowacki-Theater ist eine der bedeutendsten Bühnen Polens und zählt zu den bemerkenswertesten Theaterbauten in Europa. Das Gebäude wurde 1891 bis 1893 nach dem Vorbild der Pariser Oper an der Stelle des abgerissenen Heiliggeistklosters errichtet. 1909 wurde das Haus nach dem polnischen Dichterfürsten Juliusz Słowacki zu dessen hundertjährigem Geburtstag benannt.
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