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Rechtschreibreform - Ein (ernst gemeinter) Diskussionsbeitrag
zuletzt bearbeitet am 15.12.2025
Bild von congerdesign auf Pixabay
1996 führte eine Rechtschreibreform im deutschsprachigen Raum zu viel Streit zwischen Anhängern und Gegnern der Neuerung. Eigentlich sollte die deutsche Rechtschreibung vereinfacht werden, was aber nicht immer gelang. Strittige Regeln wurden noch Jahre später geändert.
Ich bin kein Fan dieser Reform. Nicht weil ich so schrecklich konservativ bin, sondern weil die Reformer nicht konsequent genug sind. Es sieht alles eher nach einem Provisorium aus.
Da wird Zu-cker revolutionär getrennt; aber wie kann man das eigentlich aussprechen? Da lobe ich mir dann doch die alte Trennung Zuk-ker. Ich würde aber sowieso auf die Buchstabenkombination CK verzichten und durch KK ersetzen. Schließlich wird es ja auch so gesprochen. Besser wäre also: KNAKKER, PAKKER, RUKK, TIKK, SCHIKKIMIKKI, ZIKKZAKK, BAKKEN. Und mit der Trennung gäbe es auch keine Probleme mehr.
Überhaupt das C. Alleinstehend wird es eigentlich nicht gebraucht. Zudem wird es sowieso unterschiedlich ausgesprochen: SCHELLO bei Cello, KAMEMBERT bei Camembert, KOLT bei Colt, ZIRKA bei circa. In Kombination mit dem H spricht man CHINA, HOCHZEIT, VERGLEICH. Da hätte das C eine Berechtigung. Aber bei Christ artikulieren wir auf einmal KRIST. Warum also nicht in Zukunft KRISTLICH-DEMOKRATISCHE UNION? Die Abkürzung käme uns also zukünftig kurz und knapp als KDU. Klingt zwar ungewohnt, wäre aber logisch.
Auf die ohnehin merkwürdige Buchstabenkombination QU könnte man getrost verzichten. Wird doch eh wie KW ausgesprochen. Warum also nicht KWER, KWADRAT, KWELLE, KWITT, KOLLOKWIUM, KWATSCH?
Oder wozu wird eigentlich das Y gebraucht? Höchstens für's Scrabbeln. Steht es am Anfang, wird es als J gesprochen. Innerhalb des Wortes wie ein Ü. Weg damit.
Desgleichen mit dem V. Entweder spreche ich es wie ein W oder wie ein F (viele bzw. fiele schreiben es auch so). Das V ist überflüssig. In Zukunft muss es also heißen: FIEH, FERBAND, WASE, WOLUMEN. Kommende Schülergenerationen würden es danken.
Auch über X und ß könnte man sich mal Gedanken machen. Eine HEXE namens XANTHIPPE bleibt auch als HEKSE KSANTHIPPE oder ZANTHIPPE lesbar. Und wozu wird denn noch das ß gebraucht? Das gibt es ja nicht einmal als GroSSbuchstaben.
Und was ist mit dem Ä bzw. ä? Klingt KRENZE, ERGER, TENZER und FELLE nicht genauso gut? Ein besonders hartnäckiges (weil gedehntes) Ä könnte zur Not ja auch durch ein doppeltes E (oder alternativ EH) verewigt werden: KWEELEN, MEEHEN, TREENE, MEERCHEN. Nun gut, wie man sieht, kann es durchaus zu doppelten Bedeutungen kommen (FELLE = Mehrzahlform von FALL und FELL, MEERCHEN = MÄRCHEN und Verkleinerungsform von MEER). Aber von den Mehrdeutigkeiten gibt es ja eh jede Menge in der deutschen Sprache.
Für die Umlaute Ö, ö, Ü und ü gibt es dagegen keinen Ersatz.
An der Buchstabenkombination PH wird umgangssprachlich schon geknabbert. Oder schreiben Sie vielleicht noch PHOTO? PH=F das ist eine gute Lösung. Also: FOTO, FILOSOFIE, FANTASIE, FARAO, FRASE.
Zur Illustration meiner Vorschläge sollen ein paar Beispielsätze folgen:
Fiele Tenzer fersuchten sich fergeblich an der Koreografie.
Der Füsiklehrer benutzt eine Wase für seine Eksperimente.
Das Meerchen vom Rotkeppchen lesen auch die Feeter gerne vor.
Wenn der japanische Jen fellt, knakkt es im Gebelk der Finanzwelt.
Fazit:
"Es kommt wenig darauf an, wie wir schreiben, aber viel, wie wir denken." (Lessing)
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