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Prinzipien der Kriegspropaganda
zuletzt bearbeitet am 15.12.2025
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In aller Kürze:Der britische Politiker Arthur Ponsonby schrieb nach den Erfahrungen des Ersten Weltkriegs ein bedeutendes Buch über die Methoden der Kriegspropaganda. Seine wichtigste Erkenntnis: "Nachdem der Krieg erklärt wird, ist die Wahrheit das erste Opfer." Die Ponsonby-Thesen aktualisierte die belgische Historikerin Anne Morelli über 70 Jahre später und listete die "zehn Prinzipien" der Propaganda auf. Man kann jeden Krieg analysieren. Die 10 Prinzipien gelten immer. Auch heute noch. Nur die Propagandamittel wurden modernisiert und die Finanzhilfen dafür ins Unermessliche gesteigert. |
Bild von Dsndrn-Videolar auf Pixabay
Arthur Ponsonby (geboren 1871 und gestorben 1946) war ein britischer Politiker und Staatsbeamter. In seinem Buch "Falsehood in Wartime [Lüge im Krieg]", das 1928 erschien, untersuchte und beschrieb er die Methoden der Kriegspropaganda der Beteiligten im Ersten Weltkrieg. Es enthält den oft zitierten Satz: "Nachdem der Krieg erklärt wird, ist die Wahrheit das erste Opfer." Ponsonby versteht sein Buch als Warnung, um "vielleicht das nächste Mal, wenn die Kriegswolke am Himmel aufzieht, besser auf der Hut und weniger geneigt zu sein, die Gerüchte, Erklärungen und Ausführungen, die ihm aufgetischt werden, als bare Münze zu nehmen".
Wie allgemein bekannt ist, blieb seine Warnung ohne positive Auswirkungen. Er selbst musste als nächste Katastrophe den Zweiten Weltkrieg erleben - mit nie gekannten Opferzahlen. Und die Kriegspropaganda erlebte eine weitere Eskalation - in Quantität und Qualität. Plakataktionen und aus der Luft abgeworfene Flugblätter waren schon aus dem Ersten Weltkrieg bekannt. Als Propagandainstrument wurde jetzt erstmals das Radio verwendet. Fast täglich wurde durch Zeitungen und mit Film- und Fotomaterial von der Front berichtet. Auch mit Spielfilmen wurde versucht, den Gegner lächerlich zu machen oder zu dämonisieren und dadurch die Moral der eigenen Bevölkerung zu stärken. Jede am Krieg beteiligte Nation pumpte Geld in Propagandaaktionen, als wenn es sich um eine Wunderwaffe handeln würde.
Anfang der 2000er Jahre aktualisierte die belgische Historikerin Anne Morelli die Thesen von Arthur Ponsonby in ihrem Buch "Die Prinzipien der Kriegspropaganda". Ihr geht es ausdrücklich nicht um konkrete Schuldzuweisungen:
"Ich werde nicht die Reinheit der Absichten der einen oder anderen untersuchen. Ich versuche nicht herauszufinden, wer lügt und wer die Wahrheit sagt, wer das glaubt, was er sagt, und wer nicht. Meine einzige Absicht ist es, die Prinzipien der Propaganda zu veranschaulichen, die benutzt werden, und ihr Funktionieren zu beschreiben."
Morelli arbeitete in dem Werk die folgenden "zehn Prinzipien" der Propaganda aus. Wikipedia: Anne Morelli extern🡽 15.12.2025
- Wir wollen den Krieg nicht.
- Das gegnerische Lager trägt die alleinige Verantwortung für den Krieg.
- Der Führer des Gegners hat dämonische Züge ("der Bösewicht vom Dienst").
- Wir kämpfen für eine gute Sache.
- Der Gegner kämpft mit verbotenen Waffen.
- Der Gegner begeht mit Absicht Grausamkeiten, bei uns handelt es sich um Irrtümer aus Versehen.
- Unsere Verluste sind gering, die des Gegners enorm.
- Angesehene Persönlichkeiten, Wissenschaftler, Künstler und Intellektuelle unterstützen unsere Sache.
- Unsere Mission ist heilig.
- Wer unsere Berichterstattung in Zweifel zieht, steht auf der Seite des Gegners und ist ein Verräter.
Sie können praktisch jeden Krieg analysieren: Die 10 Propaganda-Prinzipien lassen sich immer finden. Das gilt natürlich auch bei aktuellen Kriegen, egal ob im Kosovo, in den Golfkriegen, in Afghanistan, im Irak, in den Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Arabern oder ganz aktuell im Krieg zwischen Russland und der Ukraine. Schauen Sie sich die Medien an, hören Sie die Nachrichten und gehen Sie die Liste Punkt für Punkt durch. Seit 1914 hat sich nichts geändert. Nur Stellenwert und Umfang der Kriegspropaganda haben sich vervielfacht. Und es ist dabei egal, welche der Kriegsparteien beleuchtet wird.
Katja Iken schrieb am 15.2.2008 noch ziemlich objektiv im Spiegel unter der Überschrift "Krieg der bunten Bilder" extern🡽15.12.2025:
"Propaganda ist ein Krieg der Worte und der Bilder. Aber ausgetragen wird der mediale Schlagabtausch kaum weniger enthemmt als das blutige Handwerk auf dem echten Schlachtfeld. Und wenn es um Meinungsmache für die eigene Sache geht, zumal im Krieg, ziehen nicht nur totalitäre Diktaturen die Samthandschuhe aus. Auch Demokratien geben dann verbal kein Pardon."
Aber jetzt schauen Sie sich die Spiegel-Titel und -Berichte nur der letzten Jahre zu Putin bzw. Russland im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg an. Katja Iken und die Redaktion sind inzwischen keine Beobachter und unabhängigen Kriegsberichterstatter mehr, sondern sie sind selbst Teil der Propagandamaschine im "Krieg der Worte und der Bilder".
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In aller Kürze: