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Frustrierender Besuch im Mitte-Museum
zuletzt bearbeitet am 15.12.2025
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Mitte-Museum im Wedding © 2025 KopfsplitterFoto
Das Mitte-Museum entstand 2001 aus den drei ehemals eigenständigen Berliner Heimatmuseen Mitte, Tiergarten und Wedding. Es ist heute in einem alten Schulgebäude aus dem 19. Jahrhundert untergebracht. Das Museum steht in der Weddinger Pankstraße 47 und ist von Sonntag bis Freitag jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Nach meinem Besuch im August 2025 sah ich mich veranlasst, folgende Mail an die Verwaltung zu schreiben.
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Gesendet: 1.9.2025, 15:24 Uhr
Sehr geehrte Damen und Herren! am 31.8.2025 besuchte ich das Mitte-Museum in der Pankstraße. Den Grund für meine Mail bringe ich gleich auf den Punkt: Ich bin selten so enttäuscht worden. Im Laufe meines langen Lebens bin ich etwas in Deutschland herumgekommen und habe daher sehr viele Museen besuchen können. Aber was in diesem großstädtischen Museum geboten wird, ist schlicht eine Zumutung. In fast jedem Heimatmuseum irgendeines Dorfes erhält man mehr Informationen, z. B. über die geschichtliche Entwicklung eines Ortes, über wichtige Unternehmen und Institutionen, über Leistungen und Verluste. Und alles wird sinnvoll in einem Kontext präsentiert. Der Besucher geht schlauer raus als er reingegangen ist. Das "Konzept" des Mitte-Museums ist ein gänzlich anderes. Es fängt schon damit an, dass einem Besucher, vor allem keinem auswärtigen, klar wird, dass man es mit einem Großbezirk mit 350-400.000 (!) Einwohnern zu tun hat, der aus drei vollkommen unterschiedlichen Bezirken entstanden ist, zwei westlichen (Wedding und Tiergarten) und einem östlichen (Mitte). Allein diese Tatsache ergibt schon Informationsstoff in Fülle. Aber auch Wedding und Tiergarten und erst recht Mitte könnten in ihrer Geschichte und Ausrichtung kaum unterschiedlicher sein. Aber was wird dem Besucher geliefert? Fragmente ohne Zusammenhänge. Ich fühlte mich buchstäblich alleine gelassen und ging bald lustlos von Raum zu Raum. Um meinen Wissensdrang wirklich zu befriedigen, hätte ich mich sinnvoller und einfacher online z. B. auf Wikipedia informieren können. Aber dann sollte sich der Bezirk das Geld und den Aufwand für sein Museum besser sparen. An Räumlichkeiten für eine vernünftige Präsentation mangelt es übrigens nicht. Auf manche Sonderausstellung könnte gut verzichtet werden. Es grüßt der frustrierte Besucher Jürgen Patalong aus Berlin |
Da eine Antwort ausblieb, trug ich mein Anliegen Frau Dr. Lale Behzadi vor, die seit Mai 2024 das Amt für Weiterbildung und Kultur in Berlin-Mitte leitet und die für die Museen zuständig ist:
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Gesendet: 10.9.2025, 11:07 Uhr
Sehr geehrte Frau Dr. Behzadi, am 31.8.2025 besuchte ich das Bezirksmuseum in der Pankstraße. Über die Dauer-Ausstellung war ich so enttäuscht, dass ich dem anwesenden Museumsmitarbeiter meinen Unmut mitteilte. Er konnte das legiglich zur Kenntnis nehmen und verwies mich auf den Internetauftritt des Museums mit einer entsprechenden Kontaktmöglichkeit. Gleich am 1.9. 2025 schrieb ich die unten dokumentierte Mail. Leider bekam ich bis heute keine Antwort. Nicht mal eine Bestätigung, dass die Mail eingegangen ist und zur Kenntnis genommen wurde. Vielleicht ist eine solche Handlungsweise ja inzwischen in Berliner Behörden üblich. Ich finde das als Bürger dieser Stadt aber eher befremdlich. Mit freundlichem Gruß |
Gleich am nächsten Tag erhielt ich Antwort vom Sachgebietsleiter Erinnerungskultur und Geschichte - Museumsleitung Mitte Museum:
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Gesendet: 11.9.2025, 19:43 Uhr
Sehr geehrter Herr Patalong, bitte entschuldigen Sie die verspätete Antwort. Vielen Dank für Ihre Kritik und Ihr Interesse an der Berliner Regionalgeschichte, die wir dankend zur Kenntnis nehmen. Mit freundlichen Grüßen
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Ebenso lustlos wie die Museumspräsentation ist bezeichnenderweise auch die Antwort der Verwaltung.
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