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Von seiner Freiheit Gebrauch machen
zuletzt bearbeitet am 15.12.2025
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Foto aus Wikipedia (gemeinfrei): Heinrich Böll (1983)
Eine Laudatio des Literatur-Nobelpreisträgers Heinrich Böll anlässlich der Verleihung des Fritz-Sänger-Preises an die Journalistin Franca Magnani im Jahr 1983 trug den Titel: "Widerstand muss heute darin bestehen, von seiner Freiheit Gebrauch zu machen." Wie würde sich der Freiheits- und Querdenker Heinrich Böll heute positionieren in Zeiten der Einheitsbrei-Meinungen und Denkverbote?
Die Leute, die sonst darauf programmiert sind, überall Diskriminierung zu wittern, haben überhaupt keine Probleme damit, andere als "alte weiße Männer", "Ewiggestrige", "Nazis" und sonst was abzustempeln. Besonders albern ist es übrigens, wenn alte weiße Männer selbst solche Sprüche im Munde führen. Das ähnelt dem Gauner, der "Haltet den Dieb" ruft, um von sich selbst abzulenken. Nicht wahr, Herr Gysi?
Unserer Ansicht nach ist das Hauptproblem dieser Gesellschaft, dass es schon lange nicht mehr darum geht, WAS ein Mensch sagt, sondern WER es sagt. Es geht also nicht um die Inhalte, sondern um Schubladen, in die andere Menschen buchstäblich eingesperrt werden. Ein Etikett drauf und Ruhe ist. Vermeintlich. Denn eine Demokratie hat nur ihren Namen verdient, wenn der Austausch aller Meinungen weder behindert noch eingeschränkt werden darf. Das ist wirkliche Förderung der Demokratie und nicht etwa die Gesinnungsüberwachung und das betreute Denken durch den Staat und seine Helfershelfer in den Medien. Auch staatlich finanzierte Denunziantenportale beleben keine Demokratie, sondern dienen der Einschüchterung von Bürgern.
Letztlich geht es um den Sinn der Demokratie selbst. Wenn Meinungen ausgegrenzt werden, besteht immer die Gefahr, dass Ideologien die Oberhand gewinnen. JEDE Ideologie ist der natürliche Feind der Demokratie. Dabei ist es egal, ob es sich um politische, wirtschaftliche, kulturelle oder religiöse Weltanschauungen handelt. Es ist sogar unerheblich, ob die Intentionen vermeintlich gut sind. Es ist nämlich das Wesen der Ideologien, nur die eigenen "Wahrheiten" zu akzeptieren. Schon in der Bibel heißt es: "Du sollst keinen anderen Gott haben neben mir". Das bedeutete nichts anderes als die Forderung, jede andere Religion auszusperren und letztlich zu vernichten.
Entsprechend geht es auch in der Politik und in der Kultur zu. Teilweise sogar in der Wirtschaft. Es hat eine Feindbildbesoffenheit um sich gegriffen, die an die 20er und 30er Jahre des letzten Jahrhunderts erinnert. Nach dem Motto "Und willst du nicht mein Bruder sein, dann schlag ich dir den Schädel ein" wird auf alle eingeprügelt, die eine andere Meinung haben. Noch spielt sich das weitgehend auf verbaler und schriftlicher Ebene ab. Aber die Einschläge kommen näher.
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